KRAFTBETÄTIGTE TÜREN

Wirksamer Schutz gegen unbeabsichtigtes Einklemmen der Finger zwischen Türblatt und Rahmen

Kraftbetätigte Türen stellen für schutzbedürftige Personen (z. B. Kinder) in allen öffentlich zugänglichen Bereichen eine Gefahrenstelle dar. Fehlende Absicherungen führen wiederholt zu Unfällern mit durch EInklemmen verursachten Verletzungen. Athmer Fingerschutzsysteme bewähren sich seit über 30 Jahren und verhindern Verletzungen.

DIN EN 16005

Nutzungssicherheit – Anforderungen und Prüfverfahren

In der DIN EN 16005 werden Sicherheitsanforderungen und Prüfverfahren für kraftbetätigte Türen festgelegt.

Die Norm DIN EN 16005 ist eine harmonisierte europäische Norm und in allen CEN-Mitgliedsstaaten gültig. Somit besteht die Anforderung zur Sicherung der Schließkanten an kraftbetätigten Türen europaweit. Die DIN EN 16005 ist seit April 2013 in Kraft. In Deutschland bestanden zuvor bereits ähnliche Anforderungen, aus der im Juli 2006 erschienen Norm für Automatische Türsysteme, DIN 18650.

In Bezug auf die Sicherheit an den Türschließkanten sind der Norm folgende Punkte zu entnehmen:

  • Zu den kraftbetätigten Türen, die auch als automatische Türsysteme bezeichnet werden, zählen alle Türen, deren Flügel nicht durch manuelle oder gespeicherte mechanische Energie, sondern durch Fremdenergie (z.B. elektrisch) bewegt werden.
  • Kraftbetätigte Türen müssen so ausgelegt sein, dass bei den Öffnungs- und Schließbewegungen Gefährdungen durch Quetschen, Scheren, Anstoßen und Einziehen vermieden oder abgesichert werden. (DIN EN 16005, 4.6.1)
  • Gefahrenstellen an den Nebenschließkanten zwischen Türflügel und Rahmen, die ein Risiko des Einklemmens von Fingern darstellen, müssen konstruktiv vermieden oder mit trennenden oder schaltenden Schutzeinrichtungen versehen werden. (DIN EN 16005, 4.6.3.4)

    Dies wird in der folgenden Abbildung veranschaulicht:


    Legende: 1 Gummiabdeckung, 2 Gummi- oder Textilabdeckung, 3 Profilkonstruktion
    (DIN EN 16005, Bild 3: Beispiele für Sicherheitsmaßnahmen an Drehflügeltüren)

  • Schutzeinrichtungen an den Schließkanten, die eine Gefährdung durch Einklemmen der Finger absichern, müssen so ausgelegt sein, dass Gefahrenstellen von Unterkante bis Oberkante des Türflügels bis zu einer Höhe von mindestens 2.000 mm oberhalb der Fußbodenoberkante abgesichert sind. (DIN EN 16005, 4.6.1 b)

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EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG

Im Sinne der EG-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG handelt es sich bei kraftbetätigten Türen um Maschinen (Richtlinie 2006/42/EG, Art. 1 Abs. 1 Buchstabe a, Art. 2 Buchstabe a). Zur Ermittlung der geltenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen ist deshalb vor dem Inverkehrbringen einer kraftbetätigten Tür eine Risikobeurteilung durch den Hersteller oder eins vom Hersteller Bevollmächtigten durchzuführen (Richtlinie 2006/42/EG, Anhang I Abs. 1).

Die Risikobeurteilung ist in DIN EN ISO 12100 geregelt. Dabei muss unter anderem die Gefahr von Quetsch- und Scherstellen an den Schließkanten erkannt  werden. Die Tür muss unter Berücksichtigung der Ergebnisse dieser Risikobeurteilung konstruiert und gebaut werden.Als Hersteller gilt derjenige, der Tür und Antrieb zusammensetzt und in Verkehr bringt. Im Fall der kraftbetätigten Drehflügeltüren ist das in der Regel der Metallbauer. Mit der Abnahme der Türanlagen geht die Verantwortung für den sicheren Zustand und Betrieb auf den Betreiber über. 

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DIN 18040 – Barrierefreies Bauen

Die DIN 18040 definiert, unter welchen technischen Voraussetzungen Gebäude und bauliche Anlagen barrierefrei sind. Ziel dieser Norm ist es, durch die barrierefreie Gestaltung des gebauten Lebensraums weitgehend allen Menschen seine Benutzung in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zu ermöglichen.

In der DIN 18040 ist festgelegt, dass Türen mit geringem Kraftaufwand zu Öffnen und zu Schließen sein müssen. Als Beispiel werden Bedienkräfte von 25 N zum Öffnen des Türblatts bei Drehflügeltüren und Schiebetüren angegeben.

Lässt sich dies, z. B. bei schweren Eingangs-, Feuer- oder Rauchschutztüren nicht erreichen, ist der Einsatz von kraftbetätigten Türen vorgeschrieben. In diesem Fall gilt auch hier die DIN EN 16005 samt den oben beschriebenen Sicherheitsanforderungen.

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ASR A1.7 – Türen und Tore

Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten wieder.

Die Arbeitsstättenregel ASR A1.7 gilt für das Einrichten und Betreiben von Türen und Toren in Gebäuden und auf dem Betriebsgelände sowie in vergleichbaren betrieblichen Einrichtungen, die sich auf dem Gelände eines Betriebes oder einer Baustelle befinden und zu denen Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit Zugang haben.

Bei kraftbetätigten Türen und Toren muss eine wirksame Sicherung vor mechanischen Gefährdungen bis zu einer Höhe von 2,50 m über dem Fußboden oder einer anderen dauerhaften Zugangsebene vorhanden sein. Dies kann durch eine einzelne oder eine Kombination der folgenden Sicherungsmaßnahmen erreicht werden: (ASR A1.7, Kapitel 6)

  • Einhalten von Sicherheitsabständen
  • Einbauen von trennenden Schutzeinrichtungen an den Schließkanten, wie Gehäuse, Abdeckungen, Verkleidungen, feststehende Schutzflügel
  • Formgebung von Flügeloberflächen und vorstehenden Teilen in geeigneter Weise
  • Einbau von schaltenden Schutzeinrichtungen (druckempfindliche oder berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen).
  • Der Kraftaufwand für das Öffnen oder Schließen von Hand sollte für Türen  220 N und für Tore 260 N nicht überschreiten.

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Kontakt:

Vertrieb / Fingerschutz

T.: +49 2932 477-222
F.: +49 2932 477-7116

E.: info(at)athmer-fingerschutz.de